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Hohes Venn

Belgien, Eupen, Spa, Malmedy

228 Seiten, 1:35000
Länge: 426 km
Höhenprofil, Spiralbindung
978-3-85000-586-9
Preis: € 14,90

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Hohes Venn

Das Hohe Venn befindet sich im Osten Belgiens, genauer gesagt in der Wallonischen Region. Es reicht im Norden an die Stadt Eupen heran, grenzt im Osten an die deutsche Grenze, wird im Süden von Robertville abgegrenzt und im Westen von einer gedachten Linie zwischen Jalhay und Malmedy. Da das Hohe Venn nicht als eigenständiger Naturraum angesehen wird, wird es meist der Eifel oder den Ardennen zugesprochen. Das zeigt sich auch im Namen des Naturparks Hohes Venn-Eifel.
Das Hohe Venn ist weder Gebirge noch Ebene, sondern eine gewölbte Hochfläche mit einigen, kleinen Seitentälern. Hat man also erst einmal die Hochfläche von Robertville oder Eupen aus erklommen, bewegt man sich zumeist in derselben Höhe und hat nur wenige Steigungen zu überwinden. Mit 694 Metern Höhe ist der Botrange nicht nur die höchste Kuppe des Hohen Venns, sondern zugleich auch der höchste Punkt Belgiens. Schon von jeher waren die Belgier bemüht, diesen Punkt zu erhöhen, um die 700-Meter-Marke zu erreichen, was Ihnen mit einer aufgeschütteten Treppe und einem Turm auf dem Botrange auch gelang. Der Höhenunterschied zur nächstgelegenen Ortschaft Eupen beträgt dabei rund 430 Meter. Die Landschaft kann als rau bezeichnet werden. Starke Winde, meist von West, können über die ungeschützte Kuppe hinwegziehen und bringen oft Niederschlag mit. Im Winter ist das Venn auch bei Langlaufsportlern beliebt und es existieren neben einem Langlaufzentrum auch mehrere Loipen.

Tourismus

Das Hohe Venn ist eine beliebte Wanderregion. Die drei beliebtesten Ausgangspunkte für Touren durch die Vennlandschaft sind Baraque Michel, Mont Rigi und Signal de Botrange. Sie liegen allesamt an der Nord-Süd-Tangente, die durch das Venn und über den Höhenzug verläuft. Dort befinden sich auch die einzige Herberge (Baraque Michel) und die wenigen Restaurants im gesamten Venn. Das Schöne ist also: Es herrscht Natur pur, dafür besteht bei längeren Touren keine Infrastruktur, um unterwegs seinen Proviant aufzufrischen. Sämtliche Siedlungsflächen befinden sich außerhalb des Hohen Venns und somit auch in den meisten Fällen einige Höhenmeter niedriger. Jedoch ist das Hohe Venn flächenmäßig nicht so groß und kann mit guter Kondition an einem Tag durchquert werden. Auf einer Wanderung von Nord nach Süd gilt aber zu beachten, dass mehrere Schutzzonen den Weg versperren und man so gezwungen ist, stellenweise auf die Straße auszuweichen, um nicht deutliche Umwege in Kauf nehmen zu müssen. Zahlreiche Wanderwege bieten eine reichhaltige Auswahl an kurzen und weiten Strecken, sowohl als Rundkurs, als auch als Streckenwanderung. In den Orten um das Venn herum befinden sich zudem einige Pensionen und Bed and Breakfast-Unterkünfte – in den größeren Städten wie Eupen auch Hotels.

Schutzzonen

Die Moorlandschaften des Hohen Venns sind in vier Schutzzonen eingeteilt: In den Wäldern dürfen Wege, Pfade und Forststraßen bedenkenlos betreten werden. Schneisen, die durch den Wald führen, sind jedoch tabu, außer die Wanderwegbeschilderung sagt etwas anderes. Hunde sind stets an der Leine zu führen und die Wege dürfen auch mit dem Rad, auf dem Rücken eines Pferdes oder auf Skiern erkundet werden. Zudem ist das Sammeln von Pilzen und Beeren erlaubt. In der Schutzzone B darf nur auf markierten Wegen gewandert werden. Meistens handelt es sich in diesen Fällen ohnehin um Holzstege, die durch das Venn führen. Wer die Holzstege verlässt, begibt sich nicht nur in Gefahr, sondern schadet dem Venn auch in hohem Maße. Ein Moor kann sich nur sehr langsam erholen und ein Fußabdruck kann Schäden hinterlassen, die noch in Jahrzehnten zu sehen sind. Für Hunde, Fahrräder, Skifahrer und Pferde sind die Schutzzonen B grundsätzlich verboten. Ferner darf nicht gepflückt werden. In der Schutzzone C gelten die gleichen Regeln wie in der Schutzzone B. Darüber hinaus dürfen diese aber nur in Begleitung eines anerkannten Wanderführers betreten werden.

Streckencharakteristik

Länge und Höhenmeter

47 der in diesem Wanderführer vorgestellten Touren sind Rundkurse mit einer Gesamtlänge von 426 km, die übrigen drei Streckenwanderungen (20,8 bis 28,5 km lang) können miteinander zu einem großen 72 km-Rundkurs kombiniert werden: Von Monschau geht es in einer Tageswanderung zum Teil an der Weser entlang zunächst nach Eupen, von dort in südliche Richtung über den höchsten Punkt des Venns bis Robertville. Am dritten Tag steht dann die Rückkehr durch den Küchelscheider Wald und durch das Tal der Rur an, um wieder nach Monschau zurückzukehren. Durch die verhältnismäßig geringe Größe des Venns ergeben sich meist relativ kurze Wanderungen (von 2 bis 19,2 km), die sowohl an geübte Wanderer, als auch an Einsteiger gerichtet sind. Auch Hundebesitzer werden auf ihre Kosten kommen. Sie dürfen ihren vierbeinigen Freund zwar nicht mit in die Schutzzonen nehmen, aber auf den Touren durch die Wälder wird der Hund auch seine Freude haben. Die meisten Touren beginnen an Wanderparkplätzen oder an Einbuchtungen, wo das Fahrzeug abgestellt werden kann. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln sind manche der Wanderrouten leider nur sehr schwer oder gar nicht zu erreichen. Vor Höhenmetern muss man nicht zurückschrecken. Das Hohe Venn kann weitgehend als flach betrachtet werden. Lediglich die Einschnitte der kleinen Wildbäche und Flüsse erfordern Auf- und Abstiege, die jedoch keine Herausforderung darstellen.

Tourenplanung

Infostellen

Verein Naturpark Nordeifel e.V., im Deutsch-Belgischen Naturpark Hohes Venn-Eifel, Bahnhofstr. 16, 53947 Nettersheim, Tel 02486/911117, www.naturpark-hohesvenn-eifel.de
Naturparkzentrum Botrange, Route de Botrange 131, 4950 Robertville, Tel 080/440300, www.botrange.be
Naturzentrum Ternell, Ternell 2/3, 4700 Eupen, 087/552313, www.ternell.be

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