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Steigerwald Panoramaweg

Wandervergnügen in Franken

120 Seiten, 1:35000
Länge: 161 km
Stadtpläne, Übernachtungsverzeichnis, Höhenprofil, Spiralbindung
978-3-85000-520-3
Preis: € 13,90

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Der Steigerwald

Die Landschaft

Der Steigerwald erstreckt sich auf ca. 50 Kilometern zwischen der Aisch im Süden und dem Main im Norden und stellt die Verbindung von den Haßbergen zur Frankenhöhe dar. Ausgehend von der weitgehend gerodeten und landwirtschaftlich genutzten Mainfränkischen Platte in einer Höhe von etwa 200 bis 300 Metern erhebt sich (besonders im mittleren und nördlichen Bereich) ein Bergland bis knapp 500 Metern Höhe, das von Weinbergen und großen Wiesen- und Waldarealen geprägt wird. So soll „steigender Wald“ zu dem Namen Steigerwald geführt haben. Der Anstieg ist durch Gesteinsschichten unterschiedlicher Härte treppenförmig gestaltet. Im südlichen Steigerwald ist das Bergland in mehrere einzelne Berge und Höhenzüge zergliedert. An vielen Stellen des Traufs befinden sich sehr gute Aussichtspunkte. Nach Osten senkt sich der Steigerwald zum Regnitztal. Im Bereich dieser Abdachung werden bewaldete Höhenzüge durch mehrere wiesenreiche Täler mit Siedlungen voneinander getrennt. Im Norden überwiegen die Buchenwälder, im Süden ist der Anteil an Eichen größer und im Bereich der Abdachung stellt die Kiefer einen hohen Anteil der Bäume. Der Panoramaweg erstreckt sich durch die Regierungsbezirke Unter-, Mittel- und Oberfranken. Dabei durchwandert man die Landkreise Neustadt a. d. Aisch - Bad Windsheim, Kitzingen, Schweinfurt, Haßfurt und Bamberg.

Besonderheiten und Sehenswertes

Natur und Kultur sind zwei Säulen einer großen Wanderung. Die mit Wald bedeckten Höhen des Steigerwaldes tragen Böden, die vor allem aus Sandsteinen entstanden sind. Das untere Stockwerk ist der Gipskeuper, der kalkhaltige Böden zustande bringt. Hier liegen die Weinberge und Streuobstwiesen, hier findet man auch manche botanische Rarität wie z. B. Orchideen, den Gefransten Enzian und die große, leuchtend gelbe Wilde Tulpe. Die im nördlichen Steigerwald noch ausgedehnten Buchenwälder sind Lebensräume besonders vieler Vogelarten. Im südlichen Steigerwald wurden knapp tausend Schmetterlingsarten nachgewiesen. Der Steigerwald führt durch mehrere überregional bekannte Weinorte, dazu kommen noch einige kleinere Weinorte, in denen man ebenfalls hervorragende Weine bekommt. Von den kunstgeschichtlichen Sehenswürdigkeiten seien hier die Kirchenburgen von Hüttenheim und Mönchsondheim, die Altstadt von Iphofen, die ehemalige Residenz Castell, das einstige Zisterzienserkloster mit Kirche in Ebrach, die Ruine Stollberg sowie Bad Windsheim mit Altstadt und Freilandmuseum sowie das zum Weltkulturerbe zählende Bamberg am Anfang und Ende des Weges erwähnt.

Zur Geologie des Steigerwaldes

Unternimmt man eine Zeitreise in die Keuper-Zeit 232 bis 206 Millionen Jahre vor der Gegenwart, so war das Klima im damaligen Mitteleuropa wesentlich wärmer als heute und es wechselten Regen- und Trockenzeiten miteinander ab. Geographisch befand sich in Mitteleuropa ein großes Sammelbecken, das sogenannte Germanische Becken, zur Aufnahme der Ablagerungen von Erosionsprodukten der umliegenden Beckenränder, vergleichbar etwa mit der heutigen Ostsee. Das Relief an den Beckenrändern war flach, wie z. B. an der heutigen holländischen und norddeutschen Küste, und so konnte bei geringer Absenkung des Landes oder kleinen Anstiegen des Meeresspiegels das Meerwasser vordringen, nach starken episodischen Niederschlägen erfolgten Überflutungen. Andererseits führten eine geringe Absenkung des Meeresspiegels oder eine geologische Hebung des Beckenbodens zum Abfluss des Wassers und zum Auftauchen von Untiefen und Landrücken. Deshalb spricht man auch von amphibischen Verhältnissen. Im Germanischen Becken hielten sich Absenkung und Ablagerung über lange Zeit die Waage, was im Ergebnis zur Ablagerung eines viele hundert Meter dicken Stapels von Sedimentgesteinen führte. In der Keuperzeit wurden in Schichtfluten nach starken Niederschlägen Sand aber auch Tonschlamm ins Germanische Becken eingeschwemmt. Durch Eintrocknung von Wasserflächen konnten sich auch gelegentlich Kalk und Gips abscheiden. Da all diese Vorgänge in mehrfachem Wechsel erfolgten, entstand in der Keuper-Zeit eine stark wechselhafte Schichtenfolge.
In der nachfolgenden Jura-Zeit wurde darüber noch ein bis zu 500 Meter mächtiges Schichtpaket abgelagert, wodurch der Druck der Auflast die darunter liegenden Ablagerungen zu Gestein umwandelte. In der anschließenden Kreide-Zeit begann bereits die Abtragung und es erfolgte eine Schrägstellung der Schichten mit einem Einfallen nach Osten. Dieser Vorgang setzte sich in der anschließenden Tertiär-Zeit fort. Die Ursache dafür ist eine Aufwölbung im Bereich des heutigen Oberrheingbietes, die dort zum Einbruch des Rheingrabens führte und mit der gleichzeitig erfolgenden Alpenbildung im Zusammenhang steht. Zu dieser Zeit bildete sich auch ein Gewässersystem aus, das allerdings noch nicht den heutigen Verlauf hatte. In der letzten Epoche der Erdgeschichte vor der Gegenwart, dem Eiszeitalter, war die Abtragung besonders stark und formte maßgeblich das heutige Landschaftsbild. Heute wandert man entlang des Panoramaweges durch eine Schichtstufenlandschaft, die durch den Wechsel von harten Gesteinen (Plateau bildend) und weichen Gesteinen (Steilhänge verusachend) bedingt ist.

Streckencharakteristik

Länge, Höhenmeter und Etappen

Insgesamt beträgt die Weglänge zwischen Bad Windsheim und Bamberg ca. 161 Kilometer und 3.660 Aufstiegshöhenmeter – aufgeteilt auf 9 Etappen. Deren Längen liegen zwischen 12 und 24,2 Kilometern, die Anstiege zwischen 205 und 648 Höhenmetern. Mit Zu- und Abgängen finden Sie in diesem Buch insgesamt 176 Kilometer Weglänge und Anstiege von 4.050 Metern.
Die einzelnen Etappen wurden so gewählt, dass sie für durchschnittliche Wanderer leicht an einem Tag zu bewältigen und am jeweiligen Etappen­ende Übernachtungsmöglichkeiten vorhanden sind. Besonders sportliche Tourengeher werden wahrscheinlich ein größeres Tagespensum schaffen, bei Schlechtwetter oder zusätzlichen Besichtigungen und längerem Einkehren wird die Kilometerleistung geringer ausfallen.

Wegweisung

Der Weg ist durchgängig für eine Begehung in beide Richtungen markiert. Die Informationen auf den Tafeln und die Beschreibungen der Zubringer in die nicht unmittelbar am Weg liegenden Orte mussten jeweils in einer bestimmten Richtung angegeben werden, damit Wiederholungen vermieden werden. Wir haben dazu in diesem Führer die Begehung von Süden nach Norden gewählt, d. h. man erhält auf den Tafeln in diesem Fall die Information weitgehend vor dem Erreichen des betreffenden Ortes.

Ausstattung

Mit nur 0,7 % an Wegen mit Straßenbezug, einem sehr hohen Anteil an naturbelassenen Pfaden, einsamen Rastplätzen in entlegenen Wäldern, aber auch an sonnigen Aussichtspunkten, bietet der Panoramaweg eine hohe Wanderqualität. Die vielen Einkehrmöglichkeiten mit reichhaltigem Angebot des weit über die Region begehrten Frankenweins erhöhen sicher für viele Besucher den Wandergenuss erheblich. Die im Herbst häufig unmittelbar neben dem Weg stattfindende Weinlese und den zu dieser Zeit angebotenen „Federweißen“ sollte man besonders erwähnen. Über die gesamte Strecke sind 17 große Informationstafeln verteilt. Auf diesen werden jeweils der gesamte Wegverlauf mit Höhenprofil, eine Landkarte der Umgebung, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, Hinweise zur Ortsgeschichte, aber auch Angaben zur Infrastruktur dargestellt.

Anforderungen

Bei einer Begehung der neun in diesem Führer vorgeschlagenen Etappen geht man am ersten Tag nach der Anreise nur 13 Kilometer, sodass man auch am Nachmittag das Ziel noch gut erreichen kann. Die folgenden sechs Etappen liegen um 20 Kilometer, die beiden letzten Etappen bei 25 Kilometern. Infolge der vielen Übernachtungsmöglichkeiten kann man die Etappenlänge den individuellen Vorstellungen anpassen. Der Panoramaweg enthält keine gefährlichen Stellen und Schwindelfreiheit ist ebenfalls nicht erforderlich. Die wenigen steileren Stellen sind durch Treppen gut begehbar.

Tourenplanung - Infostellen

Tourismusverband Steigerwald, Hauptstr. 1, D-91443 Scheinfeld,  09162/124-24, Fax: 09162/124-33, www.steigerwald-info.de
Steigerwaldklub e. V., Geschäftsstelle, Brucksteigstr. 24, D-96157 Ebrach,  09553/217, Fax: 09553/980138, www.steigerwaldklub.de

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