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Spessartwege

Zwei Pfade kreuz und quer durch den Spessart

120 Seiten, 1:35000
Länge: 61 km
Stadtpläne, Übernachtungsverzeichnis, Höhenprofil, Spiralbindung
978-3-85000-511-1
Preis: € 13,90

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Spessartwege

Vor mehr als hundert Jahren wurde das Gebiet des Spessarts zum Wandern entdeckt. Bereits am Ende des 19. Jahrhunderts konnte sich der aufkommende Wandertourismus an ersten Wegmarkierungen orientieren, wie zum Beispiel an dem zwischen 1870 und 1890 vom Forstamt Hain bei der Eisengiesserei Rexroth in Lohr in Auftrag gegebenen Wegweiser „Hirschhörner“.
Der Reiz des Spessarts für den Wanderer ist vielfach: Eine alte fränkische Kulturlandschaft mit Burgen, Schlössern, Klöstern und Kirchen, gepaart mit Waldlandschaften aus zusammenhängenden Eichen- und Buchenbeständen, die sich mit Streuobstwiesen, Wildhecken, Wiesen und Äckern abwechseln. Frühzeitig begannen sich erste Wandervereine zu bilden, seit 1913 gab es eine Arbeitsgemeinschaft „Spessartbund“, die 1927 in einer überregionalen Vereinsgründung mündete. Heute zählt der Spessartbund 17.000 Mitglieder in 88 Ortsgruppen. Eines der Ziele war es immer schon, Wege zu planen und zu markieren.
Nun lag der Gedanke nahe, einen Fernwanderweg zu konzeptionieren, auf dem der Reisende die vielen verschiedenen Schönheiten des Spessarts kennenlernen kann. Aufgrund der fast viereckigen Ausdehnung des Spessarts eignen sich zwei sich kreuzende Wege am besten, diese Vielfalt des Gebietes zu erfassen. In Zusammenarbeit der Tourismusorganisationen wie des Tourismusverbandes Spessart-Mainland mit dem Spessartbund, wurden im Jahre 2005 diese zwei Wege geschaffen, die mit unterschiedlichen Schwerpunkten durch den Spessart führen. Während der Spessartweg 1 stärker an historischen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt, hat der Spessartweg 2 mehr landschaftliche Reize. Beide Wege erhielten das Gütesiegel „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ durch den Deutschen Wanderverband.

Der Spessart

Der Spessart ist ein Mittelgebirge im Bundesland Bayern und Hessen, das von drei Flüssen begrenzt ist. Vielen ist noch der in der Schule gelernte Merkspruch geläufig: „Kinzig, Sinn und Main schließen den Spessart ein“. Das Gebiet umfasst damit den Bereich des Mains zwischen Gemünden und der Kinzigmündung bei Hanau, sowie den beiden im Merkspruch erwähnten Mainnebenflüssen. Der 75 Kilometer lange Hauptrücken zieht sich in Nord-Südrichtung, die Gipfel haben eine Höhe von 450-600 Metern. Im westlichen Teil des Spessarts, auch als Vorspessart bezeichnet, besteht der Untergrund aus Diorit, Gneis und Glimmerschiefer. Zum Großteil wird der Wanderer aber auf Bundsandstein unterwegs sein. Die zwei Mineralien Spessartit und Spessartin sind beide hier erstmalig gefunden worden, haben aber außer dem Namen nichts gemeinsam. Der rötlich oder braune Spessartin tritt in der Gegend zwischen Aschaffenburg und Haibach auf, zählt zu den Mineralien der Granatgruppe und wird manchmal als Schmuckstein verwendet. Der Spessartit hingegen ist ein dunkelgraues Gang-Gestein (Mineraliengemisch), wird hauptsächlich als Schotter und für Pflastersteine verwendet, z. B. an der Ostseite der Johannisburg in Aschaffenburg.
Eine wechselvolle Geschichte kennzeichnet den Spessart, der aufgrund des Buntsandsteins wenig ertragreiche Böden hat. Zuerst kaiserlicher Bannforst, ab dem 12. und 13. Jahrhundert erlaubten die Mainzer Erzbischöfe als Landesherren die Besiedelung. Der Spessart wurde immer von außen regiert. Die politische Zersplitterung und die Zeit des Zusammenbruchs des Heiligen Römischen Reiches forcierte das Räubertum. Obwohl dieses Problem nach der Neuordnung in kürzester Zeit bereinigt werden konnten, bleibt das Thema Räuber mit dem Spessart untrennbar miteinander verbunden.
Noch 1852 stellte Professor Virchow fest, dass die Not im Spessart groß ist und verweist auf eine schlechte Ernährungs- und Wohn­situation. Neben den Städten am Main, die bereits von der Industrialisierung profitierten, stellte sich eine wirkliche Verbesserung der Gesamtsituation in der Region erst Mitte des 20. Jahrhunderts ein, wobei der Fremdenverkehr eine nicht unbedeutende Rolle spielte. Der Spielfilm „Das Wirtshaus im Spessart“ aus dem Jahre 1958 mit Lieselotte Pulver und Carlos Thompson, der auch im Schloss Mespelbrunn spielte, trug ein wenig dazu bei, die Gegend für den Tourismus populärer zu machen.

Streckencharakteristik

Länge, Höhenmeter und Etappen

Der Spessartweg 1, der den Spessart von Aschaffenburg in West-Ost-Richtung bis Gemünden durchquert, ist 60,5 Kilometer lang. Die Strecke beginnt und endet auf der Höhe des Mains, dazwischen sind mehrere Anhöhen und Täler mit gesamt 1.680 Anstiegshöhenmeter zu bewältigen. Da die Tour aufgrund ihrer Kürze besonders für einen Kurzurlaub oder ein verlängertes Wochenende geeignet ist, wurde der Weg in 5 Etappen aufgeteilt, die zwischen 5 und 15 Kilometern liegen, nur die letzte Etappe weist 20 Kilometer auf, ist aber unterteilbar. Die einzelnen Etappen wurden so gewählt, dass sie für durchschnittliche Wanderer in einem Halbtag leicht zu bewältigen sind, am Etappenende oder in unmittelbarer Nähe sind Übernachtungsmöglichkeiten vorhanden. Es liegt in Ihrem zeitlichen Ermessen, Ihrem üblichen Tagespensum und der Anzahl der beabsichtigten Besichtigungen, wie Sie die Etappen kombinieren wollen, damit es ein perfektes, an Ihre Bedürfnisse angepasstes Wandererlebnis wird. Die erste Etappe bis Haibach ist mit seinen 5,8 Kilometern für eine Tageswanderung sicher zu kurz und sollte mit der nächsten kombiniert werden. Sollten Sie jedoch am Vormittag anreisen oder das reizvolle Aschaffenburg besichtigen und daher erst mittags beginnen, ist diese Streckenlänge ideal.
Der Spessartweg 2 durchquert den Spessart in Nord-Süd-Richtung. Beginnend in Heigenbrücken führt der 57 Kilometer lange Weg bis Stadtprozelten am Main, der Wanderer genießt 1.800 Anstiegshöhenmeter durch den Spessartwald. Dazwischen, in Waldaschaff, kreuzen sich die beiden Spessartwege, hier ist es möglich, von dem einen Weg auf den anderen zu wechseln. Auch dieser Weg wurde in 5 Etappen aufgeteilt, diese liegen zwischen 8 und 13 Kilometern. Analog zum anderen Spessartweg können Sie damit auch hier Ihre individuelle Tagesstrecke gestalten.

Wegweisung

Der Name Spessart leitet sich aus den Namen Specht und Hardt (Bergwald) her, also Spechtswald. Durch diesen wird Sie das blau-weiße Logo mit dem Spechtsymbol führen. Der gesamte Weg ist mit diesem Logo auf weißem Grund gekennzeichnet, wobei zusätzlich die Nummer 1 oder 2 für den jeweiligen Spessartweg ausgewiesen ist. Die Markierungen befinden sich zumeist in Augenhöhe an den Abzweigungen, zur Sicherheit etwas später nochmals und auch sonst in regelmäßigen Abständen. Die Markierung des Zuwegs vom Bahnhof in Aschaffenburg zeigt ebenfalls das blauweiße Spechtlogo.
Vor allem in den Städten wie Aschaffenburg und Lohr ist eine auffällige und für jeden sichtbare Markierung sehr schwer zu realisieren. Daher ist angeraten, sich vor allem in den Städten besonders genau an die Stadtpläne und Beschreibungen im Buch zu halten. Ansonsten ist die Markierung gut, bei manchen Abzweigungen ist jedoch größere Aufmerksamkeit gefordert, um die Markierung zu sehen. Sollten Abzweigungen und deren Markierung besonders schwierig zu finden sein, wird im Buch gesondert darauf hingewiesen!

Anforderungen

Die Spessartwege sind touristisch sehr gut erschlossen und somit bestens für Einsteiger geeignet. Da sich die Spessartwege mit einer Länge von 55 bzw. 60 Kilometern auch in wenigen Tagen erwandern lassen, sind sie als Einsteigertour sogar ideal. Die kürzeren Etappen sind auch darauf ausgerichtet, dass sich „Fernwandereleven“ nicht so leicht überfordern und daher auch nach der ersten Tour weiter Spaß am Wandern haben.
Beide Wege sind meist gut zu begehen und nie ausgesetzt, einzelne Abschnitte können aber etwas verwachsen sein. Kürzere Steilstücke kommen im Auf- und Abstieg immer wieder vor. Das abwechslungsreiche Auf- und Ab des Weges sollte man konditionell nicht unterschätzen und zumindest regelmäßige Pausen einplanen. Es gibt auch einige typische Ausflugslokale am Weg, die zu einer Rast einladen.
Bei andauerndem schlechtem Wetter und Nässe sind manche steilere Passagen etwas schwieriger zu begehen, hier muss man dann ein wenig mehr Zeit einplanen. Wanderstöcke können hier gute Dienste leisten.
Einige Strecken verlaufen auf breiten Forstwegen, diese können zwar etwas hart sein, sind dafür aber bei jedem Wetter begehbar. Bei Schneelage im Winter sind die Spessartwege nicht zu empfehlen, da manche Waldpfade dann unsichtbar und unauffindbar werden. Die Wanderung auf den Spessartwegen beschert Ihnen viel Ruhe, sie laufen fast immer auf stillen Wegen abseits von befahrenen Straßen und durch wenig besiedelte Regionen. Lediglich bei den Zu- und Abwegen zu den einzelnen Städten verläuft der Weg stellenweise auf Asphalt. In den Karten werden zusätzlich zum Wegeverlauf Informationen zur Wegoberfläche und -begehbarkeit gegeben.

Tourenplanung - Infostellen

www.spessartweg.de

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