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Ötztal

Die schönsten Wandertouren durch das Ötztal

232 Seiten, 1:35000
Länge: 548 km
Stadtpläne, Übernachtungsverzeichnis, Höhenprofil, Spiralbindung
978-3-85000-528-9
Preis: € 13,90

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Schon bei der Anfahrt fallen die steilen Felswände und Bergflanken auf, die vom Talboden teilweise über 2.000 Höhenmeter bis in die Gipfelregion reichen. So beengend der erste Eindruck manchem Besucher erscheinen mag, so vielfältig sind die geografischen und klimatischen Bedingungen, die diesen uralten Siedlungsraum prägen.
Das insgesamt 65 Kilometer lange Tal steigt in fünf Stufen an, die entweder durch Bergstürze oder durch Gletscherbewegungen entstanden sind. Dazwischen verengt sich das Tal, um wenig später wieder einen wunderschönen Blick auf das nächste Becken freizugeben. Die unterste Stufe bildet das Becken von Oetz – hier liegt auch die Gemeinde Sautens – dann folgen die Stufen von Umhausen, Längenfeld und Sölden. Auf der Höhe von Zwieselstein teilt sich das Tal, der rechte Ast führt nach Vent, der andere nach Obergurgl. Von letzterem aus führt auch die einzige Straßenverbindung aus dem Ötztal heraus über das Timmelsjoch ins italienische Passeier. Alle anderen Seitentäler sind Sackgassen, die hochalpinen Übergänge sind nur zu Fuß zu bewältigen.
Die dominierenden Gesteinsarten im Ötztal sind Gneis und Glimmerschiefer. Der stabile Gneis kommt in zahlreichen Felswänden vor und sorgt für die Beliebtheit des Tals bei Kletterern der näheren und weiteren Umgebung. Der brüchige Glimmerschiefer verwittert leichter und bildet dadurch etwas sanftere Formen. Erkennbar ist er durch die glänzende Oberfläche mancher Felsen oder – in stark zerkleinerter Form – als glitzernder Staub auf den Wegen.
Die Bandbreite der Vegetation erstreckt sich wegen der großen Höhendifferenzen von Obstbäumen bis hinauf in die Hochgebirgsregion mit Flechten als einzigen Pflanzen.

Der Tourismus

Vor allem der frühe Tourismus ist im Ötztal untrennbar mit dem Bergsteigen, dieses wiederum mit dem Vorhandensein von Wegen verbunden. Durch die Land- und Forstwirschaft waren die unteren Bereiche des Tals schon lange durch Wege erschlossen. Auch die darüber liegende Almregion durchzogen zahlreiche Wege, die für die einheimische Bevölkerung aber nur von praktischem Nutzen waren. Die darüber liegende Hochregion mit ihren vielen Gletscher – in Tirol Ferner genannt –, die zu den größten der Ostalpen zählen, wirkte lange Zeit für die ortsansässige Bevölkerung eher abschreckend.
Die ersten hohen Gipfel wurden bestiegen, zum Beispiel der Similaun 1834 und die Wildspitze 1861. Oft waren es abenteuerlustige Städter, zunächst unter der Führung einheimischer Jäger und Hirten, später alleine. An der Entwicklung des Bergsteigens maßgeblich beteiligt war allerdings ein einheimischer Geistlicher, der in Längenfeld geborene und in Vent wirkende „Gletscherpfarrer” Franz Senn. Auch die heute noch vorhandenen Schutzhütten wurden von den alpinen Vereinen im 19. Jahrhundert erbaut, allerdings in wesentlich bescheideneren Ausmaßen als heute. Dem Ramolhaus (1881) und der Breslauer Hütte (1882) folgten rasch andere Hütten, die später – den Erfordernissen der Zeit entsprechend – immer wieder erweitert und modernisiert wurden.
Ebenfalls im ausgehenden 19. Jahrhundert kam – ausgehend von Norwegen – das Skifahren in die Alpen. Zunächst noch belächelt und verachtet, setzte sich der neue Sport dank stetig verbesserter Ausrüstung und Fahrtechnik rasch durch, bis hin zu den massengerechte Skipisten unserer Tage.
Eine Straßenverbindung von Ötztal-Bahnhof nach Sölden wurde 1903 fertiggestellt.
Die zwei Weltkriege bewirkten einen Rückgang der Nächtigungszahlen, die aber im Vergleich zu heute ohnedies nur sehr bescheidene Ausmaße umfassten. Erst ab den 1950er-Jahren kam es zu einem explosionsartigen Ansteigen des Tourismus mit all seinen – positiven wie negativen – Begleiterscheinungen.

Streckencharakteristik

Länge, Höhenmeter und Anforderungen

Die fünfzig Touren dieses Buches decken eine große Bandbreite von kurzen Spaziergängen über Halbtages- und Tagestouren bis hin zu anspruchsvollen, zweitägigen Bergwanderungen ab. Die zu bewältigenden Höhenmeter im Aufstieg liegen dabei zwischen 200 und 1.500, die angegebenen Gehzeiten verstehen sich als Richtwerte und bewegen sich zwischen 30 Minuten und 8 Stunden. Bei der Zusammenstellung der Touren wurde auf die Begehung von Gletschern und Klettersteigen verzichtet. Entsprechend dem hochalpinen Charakter mancher Touren können aber kurze Schneefelder und ebensolche drahtseilgesicherte Passagen durchaus vorkommen, an denen man zusätzlich die Hände zur Fortbewegung braucht.
Das weitläufige Wegenetz im Ötztal wird regelmäßig instand gehalten und ist deswegen in bestmöglichem Zustand. Trotzdem sollten Sie nicht vergessen, dass es sich um ein hochalpines Gebiet handelt. Steile oder steinige Abschnitte kommen immer wieder vor, auch ausgesetzte Passagen sind mitunter zu bewältigen. Wetterereignisse haben in diesen Höhen manchmal sehr großen Einfluss auf die Begehbarkeit der Wege, nach heftigen Gewittern können einzelne Abschnitte erschwert oder gar nicht passierbar sein.
Schätzen Sie Ihre konditionellen und technischen Fähigkeiten realistisch ein und tasten Sie sich schon vor dem Urlaub auf Tagestouren an Ihre Grenzen heran.

Wegweisung

Im Ötztal sind alle Wege rot-weiß-rot markiert, an den Abzweigungen finden Sie weithin sichtbare gelbe Wegweiser, die neben der Richtung auch dreistufig die Wegschwierigkeit und die ungefähre Gehzeit angeben. Sie enthalten auch Zusatzinformationen in Form leicht verständlicher Piktogramme, z. B. für Hütten, Bushaltestellen oder Seilbahnstationen. Ebenso wie die Wege werden die Markierungen und Schilder regelmäßig kontrolliert und gewartet, sie sind also immer in Top-Zustand.

Ihr Urlaub im Ötztal - Zentrale Infostelle

Ötztal Tourismus, Gemeindestr. 4, 6450 Sölden,  057200, www.oetztal.com

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