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Madeira

Die schönsten Wanderungen auf der Blumeninsel

192 Seiten, 1:35000
Länge: 390 km
Stadtpläne, Höhenprofil, Fadenheftung
978-3-85000-704-7
Preis: € 11,90

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Madeira

Die Insel Madeira ist vulkanischen Ursprungs und entstand aus einem Hotspot-Vulkan. Mit der Nachbarinsel Porto Santo und den unbewohnten Ilhas Selvagens und Ilhas Desertas gehört sie zur Inselgruppe Madeira. Madeira sieht man eigentlich nur ein Drittel seiner eigentlichen Höhe aus dem Wasser ragen, unter Wasser sind es noch bis zu 4.000 Meter bis zum Meeresgrund. Die Insel hat in etwa eine Länge von 58 Kilometern und eine Breite von 23 Kilometern. Trotzdem benötigt man mindestens 1 1/2 Stunden, um mit dem Auto vom östlichsten Teil ganz nach Westen zu gelangen. Schuld daran trägt auch das vergleichsweise junge Alter der Insel, die letzten Ausbrüche endeten vor 6.000 Jahren. In dieser Zeit konnte sich das Wasser in den Flüssen nur dort tiefe Täler graben, wo die Felsen weicher sind, die Küste ist sehr steil und felsig. An der Südküste bei Câmara de Lobos befindet sich die zweithöchste Steilklippe Europas mit 580 Höhenmeter, die Wandertour 6 führt Sie entlang der Levada do Norte dorthin. Der höchste Gipfel der Insel ist der Pico Ruivo mit 1.862 Metern, die Touren 28, 29 und 30 führen Sie dort vorbei. Der Hauptkamm in westlicher Richtung ist als Wetterscheide auch meteorologisch von Bedeutung: die Passatwolken werden im Nordosten gehalten, dieser Teil ist daher niederschlagsreicher und wasserreicher als der eigentlich fruchtbarere Süden. Das war der Grund für den Bau der Wasserkanäle, den sogenannten Levadas, die das Wasser besser verteilen.
Westlich, am Ende des Gebirgskammes, befindet sich die Hochebene Paúl da Serra, ein Hochmoor mit teilweise steil abfallenden Rändern. Häufig tritt hier Nebel auf, der die Landschaft in ein mystisches Licht taucht.
Der unterschiedliche Bewuchs und die große landschaftliche Vielfalt täuschen darüber hinweg, dass die gesamte Insel nur aus Vulkangestein besteht, also aus Basalt, Tuff und Trachyt. Tuff ist verfestigte vulkanische Asche, je nach Verwitterungszustand kann die Oberfläche rau und bei Nässe nicht rutschig oder gegenteilig – eisglatt sein. Grundsätzlich sollten Sie bei Tuff daher etwas vorsichtiger sein, auch wenn der Berufsverband der Deutschen Geowissenschaftler e.V. den Tuff zum Gestein des Jahres 2011 ernannt hat. Die rote Farbe des Tuffs auf Madeira stammt vom oxidierenden Eisen. Musterbeispiele sind an der Ponta de São Laurenço (Tour 7) zu finden.
Basalt und Trachyt hingegen entstehen bei langsam fließender Lava, unterscheiden sich hauptsächlich an ihrem Gehalt an Siliciumdioxid (Quarz). Beide sind sehr hart, werden aber bei Nässe sehr glatt. Viele der Natursteintreppen auf Madeira sind aus Trachyt, beachten Sie dies bei Nässe!

Streckencharakteristik

Länge, Höhenmeter und Etappen

Die 48 Wandertouren, die in diesem Buch beschrieben werden, sind überwiegend zwischen 4 und 15 Kilometer lang. Sie decken eine große Bandbreite, von kurzen Spaziergängen über Halbtages- bis hin zu Tagestouren ab. Bei einigen Wanderungen besteht die Möglichkeit, sie in ihrer Länge den individuellen Vorlieben anzupassen. Alle Touren zusammen haben eine Gesamtlänge von 390 Kilometern.
Aufgrund der gewaltigen Höhenunterschiede auf Madeira sind bei manchen Touren mehr als 400 Höhenmeter im Aufstieg zu überwinden, häufig gibt es dabei Abschnitte mit Stufen aus Naturstein. Eine für den Wanderer angenehme Ausnahme machen die Wege entlang der Levadas, die meisten haben fast gar kein Gefälle, verlaufen fast eben. Hier können allenfalls beim Zu- und Abgang zur Levada stärkere An- und Abstiege auftreten.

Wegweisung, Anforderungen

Nur eine kleine Anzahl der in diesem Buch beschriebenen Touren sind offizielle „PR“-Wege. Alle anderen sind uneinheitlich gekennzeichnet, meistens ist der Zugang zu einem Weg mit einem Wegweiser auf braunem Grund ausgewiesen. Wege entlang einer Levada bedürfen eigentlich keiner separaten Markierung, ist die Tour entlang des Wasserlaufes eindeutig festgelegt. Aufgrund der Topologie sind Rundtouren auf Madeira selten realisierbar, zumeist muss am Ende eines Weges, wie beispielsweise am Ursprung einer Levada, umgedreht und zurückgegangen werden. Oft ist es möglich, am Ende zu einer Busstation zu gelangen. Das Abholen lassen mit Taxis ist in Madeira sehr gängige Praxis, wie hier in den folgenden Kapiteln beschrieben wird.
Die Anforderungen unterscheiden sich auf Madeira grundlegend, abhängig vom Wegetyp:
Der Wandern entlang einer Levada ist für Madeira am typischsten. Der zumeist flache Weg kann entweder auf einem verbreiterten Fundament oder daneben verlaufen, die Breite variiert vom breiten Spazierweg bis hin zum 25?Zentimeter schmalen Mäuerchen. Oftmals sind diese Kanäle in den Steilhang oder Fels gehauen worden, dadurch kann es neben dem Weg sehr steil abwärts gehen, Trittsicherheit ist hier unabdingbar. Die vielen Menschen eigene Höhenangst sollte ebenso nicht unterschätzt werden, die Wenigsten sind völlig schwindelfrei! Leider kann man nicht objektiv beschreiben, welche Touren Höhenangst auslösen können, und welche nicht. Zumeist sind es psychologische Elemente, wie ein Drahtseilgeländer oder eine seitliche Bepflanzung, die positiv wirken, negativ wirken Kurven im Fels, bei denen man nicht zum Ende sieht. Auch schmale Trittstufen, wie sie bei Bachüberquerungen vorkommen können, verändern den Rhythmus des Wanderns und können Ängste auslösen. Im Buch wurde versucht, bei der Streckencharakteristik die jeweiligen Anforderungen an die Schwindelfreiheit zu beschreiben, beispielsweise wird erwähnt, ob und wie durchgängig ein Drahtseilgeländer montiert ist. Zusätzlich wurde versucht, die schwierigste Stelle mit einem Gefahrenzeichen zu versehen. Wer bei so einer Schlüsselstelle Angst hat, sollte besser umkehren! Bitte beachten Sie, dass diese Angaben nur persönlichen Einschätzungen entsprechen, Sie selbst können auch gänzlich andere Stellen als unüberwindbar empfinden. Hören Sie aber lieber auf Ihr Empfinden, bevor Unfälle geschehen! Oftmals gibt es auf Levadas auch Tunnel, die durchquert werden müssen, hier ist der Einsatz einer Taschenlampe unerlässlich, die preisgünstige Anschaffung einer LED-Stirnlampe macht sich zumeist bald bezahlt.
Küstenpfade als zweite Wegekategorie verbinden zumeist zwei Küstenorte miteinander. Oftmals müssen dabei jedoch An- und Abstiege von 400 Höhenmetern und mehr bewältigt werden. Häufig sind diese Wege alte, traditionelle Pfade, die entweder steingepflastert oder mit Natursteintreppen ausgelegt sind. Die für diese Wege nötige Kondition sollte nicht unterschätzt werden. In seltenen Fällen können auch hier ausgesetzte Stellen dabei sein.
Die dritte Kategorie sind Gebirgstouren im Zentralgebirge oder auf der Hochebene. Das Vulkangestein, aus dem Madeira besteht, ist brüchig und nicht so fest und stabil wie in der Alpenregion, bleiben Sie daher dem abschüssigen Wegesrand fern! Wetterwechsel und Nebel sollte bei diesen Touren miteingerechnet werden. Abgerutschte Hangstellen können im Gebirge manchmal auftreten. Hier gilt es, die Situation richtig einzuschätzen und gegebenenfalls umzudrehen. Viele hier beschriebene Bergtouren sind Kammwanderungen, um die An- und Abstiege in tolerierbaren Grenzen zu halten, dennoch sollte die Anstrengung nicht unterschätzt werden. Die wenigsten Touren bieten Einkehrmöglichkeiten, sorgen Sie daher mit Trinkwasser und Proviant vor.

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