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Karwendel

Silberregion Karwendel. Tuxer Voralpen

200 Seiten, 1:35000
Länge: 495 km
Stadtpläne, Höhenprofil, Spiralbindung
978-3-85000-561-6
Preis: € 14,90

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Das Karwendel

Dass das wildromantische Bergland zwischen Innsbruck und München eine der ursprünglichsten Regionen der Ostalpen geblieben ist, verdankt es seiner überwiegend vertikalen Topografie. Der innere Bereich der vor Jahrmillionen auf 900?Quadratkilometer zusammen geschobenen Bergwildnis präsentiert sich als chaotisches Durcheinander aus bizarren Felszapfen, jähen Wänden und nahezu vegetationslosen, der Zeit entrückten Flanken und Karen – eine schwer zugängliche Welt wie von einem anderen Stern. Erst auf der Landkarte ist ein gewisses System zu erkennen. Die Kernzone bilden vier gewaltige, großteils in Ost-West Richtung verlaufende Hauptketten aus hellgrauem Wettersteinkalk. Diese fallen nach Süden meist in ausgedehnten Karen, Schrofen- und Geröllflanken ab, nach Norden in senkrechten, bis zu 1000?Meter hohen Wänden. Tief eingeschnittene Täler und die Geschlossenheit der Bergkämme erschweren eine Überschreitung des Gebirges in Nord-Süd Richtung. Die Scharten sind bis auf wenige Ausnahmen hoch gelegen, oft mühsam und schwierig zu erreichen.

Naturreservat dank Abgeschiedenheit

Die anarchisch anmutende Landschaft war zu allen Zeiten ein Zivilisationshindernis, weshalb das Gebiet stets nur an den Rändern besiedelt war und keine Rolle in der Geschichte spielte. Revolutionen, Kriege und sonstige, von Menschen verursachte Kalamitäten blieben auf besser zugängliche Gegenden beschränkt. Auch heutzutage erweist sich das innere Karwendel als unpraktisch für flächendeckende Erschließungen und ist einer der größten unbesiedelten Flecken Mitteleuropas. Zwar führen zahlreiche Fahrwege für Jagd sowie Alm- und Forstwirtschaft bis weit hinein in die Täler und hinauf zu den Almen, diese sind aber für den allgemeinen Verkehr gesperrt. Innerhalb des Gebirges ist Hinterriß die einzige ganzjährig bewohnte Ortschaft. Sie liegt auf österreichischem Staatsgebiet, ist aber für den Individualverkehr nur von Bayern aus, über die Mautstraße durch das Rißbachtal in die Eng, erreichbar.
Profitiert von der Abgeschiedenheit hat vor allem die Natur. So lebt im Karwendel eine große Adler-Population, in den Steilflanken kann man immer wieder Gamsrudel beobachten und im Sonnjochgebiet wurden Steinböcke angesiedelt, die sich dort mittlerweile so heimisch fühlen, dass sie gelegentlich in Sichtweite der Wanderwege grasen – und manchmal den Wanderern näher kommen, als diesen geheuer ist.

Die Tuxer Alpen

Im Wettstreit um das Prädikat „bester Karwendelblick” stehen im Süden des Massivs die Tuxer Alpen in vorderer Position. Obwohl sie sich im Vorfeld der Zillertaler Gletscherberge befinden, wird die früher verwendete Bezeichnung „Tuxer Voralpen” der Bedeutung dieser eigenständigen, bis zu 2.800 Meter hohen Gebirgsgruppe nicht gerecht. Fast alle der häufig bis in die oberen Regionen begrünten Gipfel sind problemlos zu besteigen. Die Wanderwege sind optimal angelegt und ausgeschildert. Die Tuxer Alpen sind somit auch für Familien ein ideales Wanderrevier.

Streckencharakteristik

Länge, Höhenmeter und Anforderungen

Die vierzig Touren dieses Buches decken eine große Bandbreite von kurzen Spaziergängen über Halbtages- und Tageswanderungen bis hin zu zweitägigen Bergtouren ab. Dabei sind im Aufstieg zwischen 130 und 1.680?Höhenmeter zu bewältigen. Die angegebenen Gehzeiten verstehen sich als Richtwerte und bewegen sich zwischen 1,5 und 7,5?Stunden. Bei der Auswahl der Routen wurde auf Klettersteige und Touren mit echten Kletterpassagen verzichtet. An einigen der höheren Gipfel können jedoch kurze Schneefelder vorkommen, sowie ausgesetzte und drahtseilgesicherte Abschnitte zu bewältigen sein, an denen man die Hände zur Fortbewegung einsetzen muss. Die Mehrzahl der beschriebenen Touren liegen in der Schwierigkeits-Kategorie „leicht” bis „mittel”. Ausnahmen sind die Anstiege auf den Großen Bettelwurf und den Hochnissl, die wegen des steilen, felsigen Geländes und der großen Höhendifferenz nur von routinierten und konditionsstarken Bergsteigern in Angriff genommen werden können.

Wegweisung

Im gesamten Gebiet sind alle gängigen Wanderwege rot oder rot-weiß-rot markiert. An Ausgangspunkten und Verzweigungen finden Sie inzwischen fast durchgängig die gelben, weithin sichtbaren Alpenvereinswegweiser. Manche davon geben neben Ziel und Richtung auch dreistufig die Schwierigkeit des Weges sowie die ungefähre Gehzeit an. Ebenso wie die Wege werden auch die Markierungen und Schilder von den zuständigen Alpenvereins-Sektionen oder den Tourismusverbänden kontrolliert und gewartet.

Ihr Urlaub in der Silberregion Karwendel

Zentrale Infostellen

Tourismusverband Silberregion Karwendel, Münchnerstr.?11, A-6330 Schwaz, Tel.?05242/63240, www.silberregion-karwendel.com

Beste Wanderzeit

Die beste Zeit für einen Wanderurlaub im Gebirge ist gewöhnlich ab Frühsommer bis Herbst, je nach Höhenlage also zwischen Mitte Juni und Ende September. Außerhalb dieser Zeit kann – vor allem in höheren Regionen – entweder noch oder schon wieder Schnee liegen, was die Anforderungen an Orientierung, Kondition und Trittsicherheit erheblich steigert. Auch im Hochsommer kann ein Wettersturz in Hochlagen Schnee bringen, weshalb man sich vor einer Tour stets nach der Wettervorhersage und den aktuellen Verhältnissen erkundigen muss.
Auch die Öffnungszeiten der Hütten und Almen richten sich nach der Schneelage.

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