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Ardennen

Belgien, Luxemburg, Namur, Dinant, La-Roche-en-Ardenne

212 Seiten, 1:35000
Länge: 566 km
Höhenprofil, Spiralbindung
978-3-85000-587-6
Preis: € 14,90

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Ardennen

Die Ardennen befinden sich überwiegend auf belgischem Staatsgebiet, genauer gesagt, im Süden des Landes, in der Wallonie. Doch auch nach Frankreich ragen die Ardennen hinein, wo sogar die Region Champagne-Ardenne und das Département Ardenne nach dem Gebirge benannt wurden. Auf Luxemburgischer Seite sind es die waldreichen Hügel und Gipfel im Norden des Landes, die zu den Ardennen gezählt werden. Diese Ausläufer tragen dabei den Namen Ösling. Auch das Hohe Venn im Osten Belgiens wird gelegentlich zu den Ardennen gezählt. Wandertouren durch diese herrliche Moorlandschaft werden aber im Wanderführer Hohes Venn behandelt. Zwei größere Flüsse ziehen durch die rauhe Landschaft: Die Ourthe, die aus zwei Quellflüssen entsteht, fließt rund 165 Kilometer durch die Ardennen, bevor sie in den zweiten großen und wichtigen Fluss mündet – in die Maas.
Auch die Maas prägt mit ihrem weiten, aber an manchen Stellen auch sehr engen Tal das Erscheinungsbild der Region. Viele weitere kleine Flüsse und Bäche winden sich durch ebenso viele kleine Täler, die die Hügel und Gipfel der Ardennen voneinander abtrennen und so manchen Aufstieg erfordern.

Tourismus

Der Tourismus ist eine wichtige Einnahmequelle für die Bewohner der Region, doch schaffen es die Ardennen, den schmalen Grat zwischen Massentourismus und fehlender Infrastruktur zu bewältigen. Zahlreiche Wanderwege locken in die Wälder und auf die Gipfel und in beinahe jedem Ort findet man eine Unterkunftsmöglichkeit. In den größeren Städten wird es naturgemäß ein wenig voller, doch niemals unangenehm. An den Seen und Flüssen existieren zahlreiche Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung und Campingplätze, die sich in scheinbar unberührter Natur befinden. Es gibt Wanderwege, die so sehr abgeschieden sind, dass man dankbar für ein eigenes Fahrzeug ist, dann wiederum existieren Wanderwege, die für jedermann zugänglich und dennoch nicht überlaufen sind. In der gesamten Wallonie existierten früher zahlreiche Bahnverbindungen, die mit dem Aufkommen des Individualverkehrs eingestellt und demontiert wurden. Viele dieser Routen wurden umgewandelt und eingegliedert in das sogenannte RAVeL-Netz. RAVeL steht für Réseau Autonome de Voies Lentes und bedeutet nichts anderes als Unabhängiges Netz langsamer Wege. So wurden in den vergangenen Jahren alte Bahntrassen, Treidelwege und andere autofreie Wege als Verkehrsnetz für Wanderer, Reiter und Radfahrer zugänglich gemacht. Mehrere RAVeL-Linien bestehen bereits, andere werden in den nächsten Jahren folgen. Während die RAVeL-Wege in der Regel maximal eine Steigung von 2% aufweisen, geht es in den Höhenlagen der Ardennen mitunter steiler zu. Doch der Begriff Höhenlage mag an manchen Stellen der Ardennen nicht ganz zutreffend zu sein, denn immerhin reichen die Ardennen an ihrer höchsten Stelle auf 652 Meter und werden in Belgien nur noch vom Signal de Botrange im Hohen Venn übertroffen. Die Ardennen sind daher auch für weniger Geübte gut zu bewältigen, nichtsdestotrotz sind oftmals viele Höhenmeter zu überwinden, weil es eben ein ständiges Auf und Ab zwischen den Tälern und Kuppen sein kann.

Streckencharakteristik

Bei den 50 Routen in diesem Wanderführer handelt es sich ausnahmslos um Rundkurse, die in einer Tagestour absolviert werden können. Sie beinhalten kürzere Strecken für weniger Geübte, aber auch längere Touren, die ein gewisses Maß an Kondition erfordern. Des Weiteren sind einige der Touren selbst in den Ardennen mit wenigen Steigungen gut zu schaffen. Meist befinden sich diese Touren in der Nähe von Seeufern oder auf einem Hochplateau oder führen an einem Fluss entlang.
Fordernde Höhen oder gar Strecken mit alpinem Charakter sind nicht zu erwarten. Viele der Wanderungen verlaufen durch bewaldetes Gebiet oder entlang landwirtschaftlicher Nutzflächen. Da in Belgien zahlreiche dieser Wege asphaltiert sind, wird man nicht immer auf grobem Schotter oder losem Boden unterwegs sein. Hier muss die Erwartungshaltung ganz klar ein wenig zurückgeschraubt werden. Doch keine Sorge, sofern vorhanden wurden auch Trampelpfade, grasige Wege oder zweispurige Traktorpfade mit in die Wanderungen aufgenommen.
Die meisten Touren beginnen an Wanderparkplätzen oder an Einbuchtungen, wo das Fahrzeug abgestellt werden kann. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln sind manche der Wanderrouten leider nur sehr schwer oder gar nicht zu erreichen.
Die Angabe der Gehzeiten kann nur als Richtwert genannt werden. Hier spielt die eigene Kondition und Geschwindigkeit eine große Rolle. Auch schlechtes Wetter ist ein Faktor, der eine Tour schon mal in die Länge ziehen kann. Pausen sind in den angegebenen Zeiten nicht berücksichtigt.
In den Wäldern Belgiens finden leider auch Jagden statt. Die einzelnen Zeiträume werden vorab unter anderem mit Plakaten angekündigt. Zu diesen Zeiten sollten zur eigenen Sicherheit die entsprechenden Wanderwege vermieden werden. Die Unfallzahlen in den belgischen Ardennen sind in den letzten Jahren trotz verschärfter Sicherheitsmaßnahmen stetig gestiegen.
Die Wanderwege auf belgischem Boden verfügen nicht immer über Picknickplätze oder Schutzhütten. Wenn, dann sind diese aber meist in einem guten Zustand und laden zu einer Rast ein. Immer wieder passiert man aber wenigstens einfache Sitzbänke, auf denen man eine kleine Pause einlegen kann. An Wanderparkplätzen und an den direkten Einstiegen in die Schutzzonen stehen zudem Informationstafeln mit Wanderkarten.

Zentrale Infostellen

Belgien Tourismus Wallonie-Brüssel, Cäcilienstr. 46, 50667 Köln, Tel 0221/277590, www.belgien-tourismus.de

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