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Römer-Radweg

Auf den Spuren der Römer von Passau nach Enns

92 Seiten, 1:50000
Länge: 242 km
Stadtpläne, Übernachtungsverzeichnis, Höhenprofil, Spiralbindung
978-3-85000-285-1
Preis: € 11,90
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Höhenprofil

Schon die Kelten – unter anderem Alaunen und Sevaken – hatten im hiesigen Voralpenraum ein Königreich unter dem Namen Noricum errichtet. Dieses einzige keltische Staatsgebilde der Region wurde um 15 v. Chr. Teil des Römischen Reiches. Seine nördliche Grenze bildete nun die Donau, der so genannte „nasse Limes“, der das Römische Reich vom freien Germanien trennte. Der Inn, dem der Römerradweg ja ein Stück weit aufwärts folgt, war ebenfalls Grenze – allerdings nur eine inner-römische zwischen den Provinzen Rätien im Westen (gallischer Zollbezirk) und Noricum im Osten (illyrischer Zollbezirk).
Die keltische Siedlung Boiodurum an der Innmündung wurde erobert und später ein römisches Grenzkastell errichtet. All dies kann im Passauer Römermuseum Kastell Boiotro am Originalschauplatz entdeckt werden.
Die nächste direkt am Radweg gelegene Römerspur finden Sie an der Siebenschläferkirche in Rotthof, unweit einer kleinen römischen Siedlung („vicus“) bei Pocking: Zwei spät-antike Reliefs (um 300 n. Chr.) mit sieben dargestellten Personen sind Teil der Kirchenmauer und trugen zu deren Namensgebung bei.
Ausgehend von drei römischen Landhäusern („villae rusticae“) im Raum Altheim (OÖ) entstand dort das kinderfreundliche Römermuseum Ochzethaus. Das 3 km entfernte, frei zugängliche Freilichtmuseum Weirading zeigt eine Rekonstruktion auf den Fundamenten eines Römischen Bades, die Hochkultur der Römer. Details aus dem Leben der damalige Landbevölkerung werden auch auf den Infotafeln unterwegs sehr gut erklärt; z. B. römische Kochrezepte für Tauben oder Haselmäuse... Relikte römischer Villen fand man auch am Attersee. Bei Schwanenstadt erreicht der Römerradweg die römische Fernstraße Salzburg („Iuvavum“) – Wels („Ovilava“). Im Bereich der dortigen keltischen Siedlung Tergolape lag einst eine kleine römische Poststation. Ovilava selbst war bedeutender Militärstützpunkt und wurde unter Kaiser Hadrian (117-138 n Chr.) zur Stadt („municipium“) erhoben. Kaiser Caracalla machte sie knapp 100 Jahre später mit einer gewaltigen Stadtmauer um das rund 90 ha große Gebiet sogar zur Großstadt („colonia“). Ende des dritten Jahrhunderts wurde sie Hauptstadt des gesamten „Ufer-Noricum“ zwischen Donau, Inn und Alpen. Hierzu gehörten auch die Lager „Lentia“ (Linz) und Boiodurum/Boiotro (Passau). Der östlich anschließende Bereich wurde vom Legions- und Donauflottenlager „Lauriacum“ (in Enns-Lorch) verwaltet. Hier am Ende des Römerradwegs endete auch der Fernweg Via Iulia Augusta von Italien kommend und traf auf den Grenzweg entlang der Donau.

Streckencharakteristik

Länge

Je nach Ihrer Streckenwahl ist eine durchgehende Fahrt auf dem Römerradweg von Passau nach Enns zwischen 228 und 244 km lang. Der lohnenswerte Abstecher von Frankenmarkt zum Attersee beträgt zusätzlich 19 km; inklusive aller Varianten summieren sich die Strecken auf rund 307 km.

Wegequalität & Verkehr

Im oberhalb von Passau recht engen Inntal radeln Sie teilweise auf Feinschotter – dafür autofrei –, dann im Bogen durchs weite Tal der Rott im Wesentlichen flach und auf asphaltierten Sträßchen. Auch im folgenden oberösterreichischen Innviertel können Sie bis Waldzell im nur sehr sanft ansteigenden Tal der Waldzeller Ache bleiben. Wenn Sie jedoch auch einmal einen Ausblick oder eine flotte Abfahrt genießen möchten, bieten sich die hügeligeren Varianten über die Therme Geinberg oder via Aspach, Mettmach und Lohnsburg an. Das letzte Stück bachaufwärts kostet dann etwas Kraft (knapp 200 Höhenmeter auf 7 Kilometern), da Sie oberhalb der Quellen die „Passhöhe“ von 702 m zwischen Hausruck und Kobernaußerwald überwinden müssen. Auf dem kleinen, kaum befahrenen Sträßchen kann man aber problemlos einmal schieben, sodass es auch hier sehr familienfreundlich bleibt. Um so entspannter rollt man dann auf der anderen Seite des Höhenzuges beinahe 10 Kilometer die knapp 200 Höhenmeter wieder hinunter, stets entlang dem Bächlein Redl. Nur mit einem kleinen Buckel von 30 Höhenmetern wechselt man nach Frankenmarkt an der Vöckla hinüber, wo der flach wellige bzw. abschüssige Ausflug an den Attersee abzweigt. Retour oder gleich nach Vöcklamarkt kommt man hier nostalgisch aber bequem mit einer regelmäßig verkehrenden kleinen Schmalspurbahn. Die Hauptradroute quert nun hinter Vöcklamarkt – diesmal mit etwas steileren, aber nur kurzen Anstiegen – erneut in ein anderes Flusstal und verläuft wellig parallel der Dürren Ager, in die in Vöcklabruck die Vöckla einmündet. Nun nicht mehr „dürr“ fließt die Ager im weiten Tal über Attnang-Puchheim beim Stift Lambach in die Traun, während sich die Radroute nur grob parallel hält und streckenweise die Haupteisenbahnlinie begleitet. Im nun noch breiter werdenden Tal rollen Sie durch die Auwälder an der Traun schließlich hinaus in die Ebene und bis in die alte Römerstadt Wels. Die Traun-Staustufen ermöglichen dahinter von Staumauer zu Staumauer eine schnelle und bequeme Fahrt auf den asphaltierten Dammwegen beiderseits des Flusses. Den Ort Traun links liegen lassend verlässt der Römerradweg noch einmal das bequeme Flusstal, um über eine teils recht steile Anhöhe und durchs Forstholz nach St. Florian und schließlich wieder hinab nach Enns nahe der Donau zu gelangen.
Der überwiegende Teil der Strecke ist durchgehend asphaltiert oder vergleichbar glatt gepflastert; lediglich etwa 17,5 km sowie 1,7 km auf dem Abstecher zum Attersee sind mehr oder weniger gut geschottert – meist in nahezu rennradtauglicher Qualität. Am Inn sollte man mit schmaler Bereifung zwischen der untersten Staustufe bei Passau und Schärding besser auf der österreichischen Seite bis Wernstein fahren, dann eine Station mit dem Zug. Für die nur recht kurzen unbefestigten Abschnitte sind ansonsten stets Alternativen eingezeichnet bzw. aus der Karte klar ersichtlich; diese weisen meist ein bisschen mehr Verkehr auf, der aber einen sportlichen Radler kaum stören dürfte.

Beschilderung

Der Radweg ist auf bayerischer Seite bislang (Stand Herbst 2009) durchgehend lediglich mit dem Römerhelm beschildert – immerhin in beiden Fahrtrichtungen, die verwirrender Weise aber auch beide den Zusatz „Passau – Inn – Attersee“ tragen. Eine Ziel­wegweisung mit Entfernungs­angaben soll aber für den Radverkehr in Planung sein.
In Oberösterreich ist diese überall in weiß auf grün vorhanden (beide Richtungen) und der Römer­radweg (=R 6) ist mit den anderen Radfernwegen zu einem weitmaschigen Netz verknüpft. An deren Kreuzungspunkten sollten Sie aufmerksam sein, da alle diese Radrouten nur mit ihren Namen und R-Nummern beschriftet sind und keine leicht unterscheidbaren Symbole haben, wie sonst vielerorts schon üblich.
Prima sind die zahlreichen, stets dreiteiligen Informationstafeln, die unterwegs meist das Leben und die Kultur der Römer erläutern. Wenn es einen Ortsbezug gibt, weisen sie aber auch beispielsweise auf die Vogelwelt der Waldzeller Ache oder die Lehre der Hildegard von Bingen hin. Außerdem finden Sie dort überall Informationen zu Verpflegungsmöglichkeiten, Quartieren und dem weiteren Routenverlauf. An geeigneten, oft idyllischen Plätzen sind daneben auch runde Rast-Kombinationen aus Bank und Tisch aufgestellt – fast immer sogar familienfreundlich für Groß & Klein.

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