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Friedensroute

Auf den Spuren des Westfälischen Friedens zwischen Münster und Osnabrück

80 Seiten, 1:50000
Länge: 202 km
Stadtpläne, Übernachtungsverzeichnis, Höhenprofil, Spiralbindung
978-3-85000-265-3
Preis: € 11,90

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Höhenprofil

Die Friedensroute

Wie macht man einen Frieden?

Nachdem Schlachten und Plünderungen bald dreißig Jahre lang halb Europa verwüstet hatten, lud man ab 1643 endlich zu Friedensverhandlungen ein. Die zentral gelegenen Reichsstädte Osnabrück und Münster boten sich aufgrund ihrer unterschiedlichen Konfession und relativen Nähe als Verhandlungsorte der verfeindeten Lager an: in Osnabrück tagten die Protestanten, in Münster die Katholiken. Da vor Ort aber stets nur Gesandte und Vermittler – meist einzeln, selten im Plenum – miteinander sprachen, war eine postalische Verbindung zu ihren jeweiligen Herrschern entscheidend. So wurden Münster und Osnabrück durch den Erlass des habsburgischen Kaisers in Wien zunächst an die Reichspostlinie Köln – Hamburg derer von Thurn & Taxis angeschlossen, die eine regelmäßige Weiterleitung in die Hauptstädte Europas (verhältnismäßig) sicherstellte. Um die Wartezeiten auf das Notwendigste zu reduzieren, aber auch aus Misstrauen zur kaiserlichen Post, richtete man zu den Direktverbindungen zwischen den Friedensstädten ab 1646 auch „Privatanschlüsse“ nach Brüssel, Den Haag und Hamburg sowie von Osnabrück Richtung Schweden ein. Die berittenen Boten waren trotz mitgeführter Schutzbriefe stets gefährdet, denn im Land wurde ständig weitergekämpft, und abgesehen von den Nachrichten gab es in den Heeren nie genug Pferde...
Nur dem diplomatischen Geschick der vielen Abgesandten und kirchlichen Vermittler und ihrer Geduld ist es zu verdanken, dass nach fünf langen Jahren die drei Einzelfrieden 1648 endlich verfasst werden konnten: Zunächst die beiden vom Reich mit Frankreich sowie mit Schweden, die jeweils mit großen Land- und Geldverlusten für den Kaiser einhergingen. Der in Osnabrück ausgehandelte Text trotzte ihm „nebenbei“ auch die weitgehende Souveränität und konfessionelle Unabhängigkeit der deutschen Fürsten und Freien Reichsstädte ab. Der spanisch-niederländische Frieden beendete sogar einen achtzigjährigen Krieg um die ehemals abtrünnige Provinz. Doch nicht nur die Niederländer, auch die Schweizer hoben in diesem Zug ihren eigenen Staat offiziell aus der Taufe. Erst nachdem am 25. Oktober 1648 alles unterschrieben und feierlich beschlossen war, brachten die „freudigen Friedensreiter“ diese Kunde in aller Herren Länder. Bis ins Jahr 1650 zogen sich die Feierlichkeiten zu Ehren der heimkehrenden Gesandten, denen man das langersehnte Kriegsende wie auch die neu gewonnene religiöse Toleranz verdankte.

Streckencharakteristik

Länge

Zwischen den beiden Friedensstädten spannt sich auf insgesamt rund 202 Kilometern ein Rundkurs. Da sich die Route in Richtung Münster aber erst in Bad Iburg in eine westliche (88,5 km) und eine östliche Variante (59,5 km) aufspaltet, wird der nördlich davon gelegene Abschnitt nach Osnabrück (27 km) hin und retour befahren.

Wegequalität & Verkehr

Südlich des Teutoburger Waldes ist die Strecke nahezu eben. Holprige Abschnitte sind hier ebenso selten wie verkehrsreiche. Wie das sprichwörtliche Salz in der Suppe – also in lediglich homöopathischer Dosis – finden sich insbesondere am sonnigen Südhang des Teuto-Hauptkammes hin und wieder schmale Pfade, die zwar in Breite und Oberfläche nicht optimal und kurz auch einmal steil sind, dafür aber idyllisch. Vom so genannten „Balkon des Münsterlandes“ bieten sich hier als Lohn für die kurze Anstrengung weite Ausblicke in die Münsterländer Bucht und bis nach Münster selbst – je nach Ihrer Streckenplanung also auf ein noch zukünftiges oder bereits erlebtes Etappenziel. Demgegenüber schließt sich die Route im hügeligeren Abschnitt durch den Teutoburger Wald zwischen Bad Iburg und Osnabrück manchmal auch stärker befahrenen Straßen an. Die steileren Passagen verlaufen jedoch abseits des Verkehrs, sodass man sie ggf. auch schiebend bequem meistern kann – denn wirklich lang sind sie bei einer Maximalhöhe von 200 m üNN, also einem Gesamt-Höhenunterschied von weniger als 150 m nicht.

Wegweisung

Die Friedensroute ist integrierter Bestandteil des nordrhein-westfälischen Radverkehrsnetzes mit seinen rot-weißen Wegweisern; im niedersächsischen Bereich geht es im „RAVELOS-Netz“ auf die gleiche Weise in grün auf weiß weiter: Alle wichtigen angebundenen Ortschaften und Bahnhöfe sind als Ziele (mit Kilometerangaben) auf den Hauptwegweisern dargestellt, die man an allen Knotenpunkten und vielen weiteren verkehrswichtigen Stellen findet. Unter diesen großen Schildern in Pfeil- oder Tabellenform hängen aufgereiht die Symbole der auf dem jeweiligen Streckenabschnitt verlaufenden Themenrouten, z. B. der Friedensreiter als Signet der Friedensroute. Unterwegs zwischen diesen Knoten mit Abzweigmöglichkeiten helfen Ihnen kleinere, neutrale Zwischenwegweiser mit rotem bzw. grünem Fahrradsymbol und Richtungspfeil verlässlich bei der Orientierung – selbstverständlich immer in beiden Fahrtrichtungen.

Tourenplanung

Zentrale Infostellen

Tourismusverband Osnabrücker Land e. V.
MÜNSTERLAND e. V.

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